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Wie steht es um die Sichtbarkeit von Migration in Museen? Obwohl Arbeits- bzw. Wirtschaftsmigration, Flucht, Vertreibung und globale Mobilität zu den dominierenden Phänomenen des 20. und 21. Jahrhunderts gehören, sind sie keineswegs ebenso dominierende Themenbereiche in Museen. 

Copyright: Georg Kö
Copyright: Georg Kö

Die noch immer karge Auseinandersetzung mit diesen Themen in Museen ist frappant. Darum organisierte das Kollektiv MUSMIG eine mehrmonatige Ideenwerkstatt, die sich mit Potenzialen, Problematiken, historischen wie auch utopischen Konzepten eines Museums der Migration beschäftigt. 

 

21.02.2019

DIE GEBURT DES MUSEUMS DER MIGRATION

Temporäre Installationen und Performances

Galerie "Die Schöne", Kuffnergasse 7, 1160 Wien, Eintritt frei

 

 

Pressegespräch: Freitag, 21. Februar 2020 | 11:00 Uhr 

Ausstellungseröffnung: Freitag, 21. Februar 2020 | 19:00 Uhr

Dauer: Freitag, 21. 02. – Sonntag, 23.02.2020

VeranstalterInnen: Kollektiv MUSMIG

 

Das Kollektiv MUSMIG organisiert eine Ausstellung zu einem grandiosen Exponat: dem Museum der Migration, das sich in Reaktion auf die politische Realität, in der es keinen Platz fand, selbst verwirklichen wird. Die Ausstellungsaktion versteht sich als Geburtskanal, durch den Menschen zusammengeführt werden, um sich ihr eigenes Museum zu bauen. Denn eines steht fest: dieses Museum muss zur Welt kommen. Die Ausstellung greift nicht nur die Frage nach der Funktion und dem Fehlen dieses Museums auf, sie gibt auch einen Rückblick auf die Debatten und Widerstände, die die Idee eines solchen Museums in Österreich begleiteten. Zudem stellt die Aktion die Forderung nach einem Museum der Migration in den Mittelpunkt. Sie ist somit ein Ort des Austausches, an dem Forschung, Vernetzung und Vermittlung stattfinden. Sie ist wissenschaftlicher Aktionismus, interventionistische Kunst, Kampagne und Fest zugleich.

  

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14.12.2019

INVENTUR - MUSEUM DER MIGRATION

Workshop & Arbeitsgruppentreffen

11:00 – 19:00 Uhr

EKH – DIDF Lokal, Gudrunstr. 133, 1100 Wien, Eintritt frei

 

 

 

Die Grundfragen, die bei dem Workshop im Vordergrund standen, waren folgende: Welche Konzepte und Debatten begleiten die Frage nach einem Museum der Migration? Was soll (nicht), kann (nicht), muss (nicht), darf (nicht) ausgestellt werden? Wer entscheidet darüber und warum? Wie kann die Immobilisierung eines transitären Phänomens geschehen, welche Sammel- und Ausstellungspraxen stehen zur Debatte, wie muss man sich dabei mit impliziten und expliziten Phänomenen des Rassismus, der Ausgrenzung, der Restriktionen, dem Mangel oder der Überfülle an Objekten u.v.a. auseinandersetzen. 

 

Die Teilnehmenden der Ideenwerkstatt: 

 

Arif und Evrim Akkılıç, Ljubomir Bratić, Sandra Chaterjee, Petja Dimitrova, Alice Fehrer, Gizem Gerdan, Simon Inou, Georg Kő, Brigita Malenica, Alexander Martos, Sónia Melo, Elena Messner, Goran Novaković, Handan und Ali Özbaş, Fatih Özçelik (Vorarlberg Museum), Anastassiya Schacht, Petra Sturm und Regina Wonisch

 

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Warum die Debatte um ein Museum der Migration?

 

„Es geht vielmehr darum, wie wir uns in Institutionen, die das kollektive Gedächtnis verbürgen, mit der gegenwärtigen Pluralität und Diversität unserer Gesellschaft und ihrer Geschichte auseinandersetzen und diese abbilden.“

(Dirk Rupnow)

 

„Die Historisierung und Musealisierung der Arbeitsmigration wäre daher, wie auch jene der Frauenbewegung, der Arbeiter_innenbewegung oder etwa der lesbisch-schwul-queeren Bewegung, ohne die Repräsentationskämpfe ihrer Subjekte und die Initiativen zur Selbstdokumentation nicht denkbar.“ (Arif Akkiliç, Vida Bakondy, Ljubomir Bratić , Regina Wonisch)

 

 

Die geplante Ideenwerkstatt für ein Migrationsmuseum reiht sich in bereits jahrzehntelang intensiv geführte Diskussionen im deutschsprachigen Raum ein. Präsentiert und debattiert werden darum auch Kampagnen und Initiativen, die bereits bestehen. Zugleich sollen zukünftig umsetzbare Konzepte und Formate entwickelt werden.

 

Für das Projekt steht die lokale Wissensvermittlung im Vordergrund. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung soll auf dringliche museumspädagogische und politische aktuelle Fragen reagieren. Auf methodischer Ebene bündelt die Ideenwerkstatt Ansätze aus der Migrationsforschung, der Geschichtswissenschaft und -pädagogik sowie aus einer reflektierend-partizipativen und kunstaktivistischen Demokratiepraxis.

 

 

Koordinationsteam: Ljubomir Bratić, Elena Messner, Alice Fehrer

Erweitertes Arbeitsteam: Brigita Malenica, Georg Kö, Arif Akiliç, Gizem Gerdan, Regina Wonisch, Evrim Akiliç, Petra Sturm.

In Kooperation mit K10 Kulturraum.

 

 

  

Im Vor- und Umfeld des Projekts wurden und werden ebenfalls Diskussionsveranstaltungen abgehalten, neben mehreren informellen Treffen z.B. auch folgende:

 

 

PREKÄRE VERHÄLTNISSE: WOHNEN UND MIGRATION

Fr, 11 OKT 2019, 13:00–15:00, Ort: Ugarit Restaurant – Authentic Syrian Food, Wielandgasse 24, 1100 Wien

 

 Ankommende Migrant*innen haben es am Wohnungsmarkt schwer: Sie wohnen nicht dauerhaft, meist »günstig« und ohne Sicherheit. Arif Akkiliç und Ljubomir Bratić sprechen beim Mittagstisch über die Bedeutung der Wohnungsfrage für die Idee eines Archivs der Migration: Denn Migrant*innen, die ab den 1960er Jahren als Bauarbeiter*innen realen Wohnraum geschaffen haben, werden in der Geschichte und ihrer Darstellung nicht repräsentiert.

Mit Arif Akkiliç und Ljubomir Bratić.

 

Im Rahmen von urbanize! 2019; Programmschiene: »Alle Tage Wohnungsfrage«

In Kooperation mit http://www.kulturraum10.at / Alice Fehrer

(Foto-Eindrücke von Georg Kö)